Die folgenden Energiespartipps sind Teil einer dreiteiligen Beitragsserie und bilden die Fortsetzung des in der vergangenen Woche veröffentlichten Artikels 24 leicht umzusetzende Energiespartipps, die sofort greifen (Teil 1).

Energiespartipp 8: Kochabende mit Freunden

Energie sparen macht Spaß! Wie das? Durch nette Abende in geselliger Runde lässt sich viel Energie sparen. Verabreden Sie sich regelmäßig mit Ihren Freunden zu gemeinsamen Koch- oder Spieleabenden. So muss für eine größere Anzahl von Personen nur einmal eingekauft und gekocht werden, das Licht und beispielsweise der Kaminofen brennen. Findet man sich regelmäßig zu solchen Treffen zusammen und wechselt dabei den Veranstaltungsort der Reihe nach ab, haben am Ende alle Beteiligten Energie gespart. Das ganze wirkt sich besonders positiv auf die Energiebilanz aus, wenn alle mitmachen und nicht die Kinder Zuhause ihre eigene Party feiern.

 

Energiespartipp 9: Teilen mit Nachbarn, Fahrgemeinschaften bilden

In Mehrfamilienhäusern oder auch über die Anliegerstraße hinweg bilden sich oftmals lose Beziehungen zu den Nachbarn. Regelmäßig Nahrungsmittel beschaffen und Essen müssen wir alle, wieso also nicht diese Beziehungen dahingehend vertiefen? Zum Einkaufen hat man oft gleiche Wege, da bietet es sich an, Fahrgemeinschaften zu bilden. Hat man mehr gekauft als man verwerten kann, ist es besser, die Lebensmittel zu verschenken, als sie verderben zu lassen – oder davon zu essen, bis man sie nicht mehr sehen kann.

Adventsgesteck aus guter Nachbarschaft
Auf gute Nachbarschaft: Ein selbstgemachtes Adventsgesteck von einer lieben Nachbarin.

Ich persönlich lebe in einer sehr angenehmen Hausgemeinschaft. Wenn ich beim Backen feststelle, dass das Mehl alle ist, fährt bei uns keiner mit dem Auto los, um Nachschub zu besorgen. Lässt sich das nicht anders improvisieren, klingele ich kurz bei der Nachbarin und frage, ob sie welches übrig hat. Anders herum handhabt sie das genauso. Als sie kürzlich krank war, habe ich Hühnersuppe für sie gekocht und vor ein paar Tagen gab es bei uns unverhofft Kuchen und Kekse, die sie mit ihrer Enkelin gebacken hat. Wer mag, kann auch wechselseitig kochen (Ähnlich wie Tipp 8 – ob man dann auch gemeinsam Essen will, kann man ja einzelfallabhängig entscheiden). In gut kultivierter beiderseitiger Nachbarschaftshilfe fühlt niemand ausgenutzt und alle haben etwas davon.

 

Energiespartipp 10: Lebensmittel regional einkaufen, zu Fuß, Fahrten verbinden

Wer sich umweltschonend ernähren will, für den ist es selbstverständlich, möglichst nach regionalen Produkten der Saison zu greifen statt nach Importware vom anderen Ende der Welt. Im Supermarkt den Unterschied zu erkennen und dann auch entsprechend zu handeln ist jedoch oftmals gar nicht so einfach. Zumal man dabei nicht zwangläufig mit einem Preisvorteil belohnt wird.

Besser, als mit dem Auto zum Supermarkt zu fahren, ist regional einzukaufen. Möglichst zu Fuß auf dem Wochenmarkt, im Laden um die Ecke, dem Hof nebenan oder im Hofladen auf dem Arbeitsweg. Seit ich letzteren nicht mehr auf meinem Heimweg habe, ist mein persönlicher Favorit der Wochenmarkt. Dort kann man wirklich günstig frisches Gemüse, Eier, Fisch und Fleisch und Backwaren kaufen. Mit Gemüse decke ich uns dort immer gleich für die ganze Woche ein, weil keiner der in der Umgebung liegenden Supermärkte hier in Sachen Qualität und Frische mithalten kann. Als praktisches Gefährt begleitet mich ganz CO2-neutral mein Hackenporsche – denn Schleppen mag ich trotzdem nicht.

Wenn der Einkauf doch mit dem Auto erfolgen soll, empfiehlt es sich, Fahrten zu verbinden. Schreiben Sie Einkaufszettel, um sicher zu stellen, dass alles, was benötigt wird, besorgt wird und Sie nicht für einzelne Teile noch mal los müssen. Kaufen Sie möglichst gleich für mehrere Tage ein – das spart nebenbei Geld, weil nicht immer wieder Kleinigkeiten im Einkaufswagen landen – und erledigen Sie den Einkauf möglichst auf dem Heimweg statt nur dafür loszufahren. Das reduziert energieintensive Kaltstarts und spart Zeit.

 

Energiespartipp 11: TK-Kost- und fleischfreier Tag

Für die Herstellung von Tiefkühlkost und und Fleischwaren wird viel Energie benötigt, die Sie zumindest teilweise sparen können, wenn Sie Ihren Verbrauch solcher Lebensmittel reduzieren. Das heißt nicht, dass wir alle Vegetarier werden oder gar vegan leben müssen, aber ein kleiner Schritt in diese Richtung wird nicht schaden. Wie wäre es zum Beispiel mit einem bewusst tiefkühlkost- und fleischfreien Tag pro Woche, an dem Sie aus frischem Obst und Gemüse vom Markt oder dem Hofladen Ihres Vertrauens etwas Leckeres zaubern? Auch Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken, wenn Sie die Finger von Fertigprodukten lassen.

 

Energiespartipp 12: Leitungswasser trinken

Trinken Sie Leitungswasser! Unser Trinkwasser aus der Leitung ist eins der am besten kontrollierten Lebensmittel und billig ist es auch noch. Wenn Sie Leitungswasser  statt Mineralwasser aus dem Supermarkt trinken, sparen Sie nicht nur Geld, sondern auch die Mühen des Wasserkasten-Schleppens. Auch die Umwelt freut sich: Denn durch Abfüllung, Verpackung, Lagerung und Transport ist die Umweltbelastung durch Mineralwasser bis zu 700mal größer als durch Leitungswasser. Zudem ist es immer frisch verfügbar – ohne Schadstoffe aus Kunststoffen oder übermäßige Keimbelastung, wie sie nach längerer Lagerung von PET-Flaschen im warmen Auto vorkommen kann.

 

Energiespartipp 13: Elektronikfreier Abend – Spieleabend mit der Familie

Energie sparen und das familiäre Miteinander fördern? Das ist kein Widerspruch. Gestalten Sie einen elektronikfreien Abend, an dem Sie alle nicht unbedingt benötigten elektrischen Geräte abschalten. Hier sei insbesondere die Unterhaltungselektronik wie Fernseher, PC, Stereoanlage und Tablet genannt. Statt sich mit diesen Dingen zu beschäftigen könnten Sie mal wieder – ganz offline – ein Gesellschaftsspiel spielen, puzzeln, lesen oder einfach im Kerzenschein miteinander reden.

 

Energiespartipp 14: Rollläden nachts schließen

Wer Rollläden an seinem Haus hat, kann diese nachts schließen, um Energie zu sparen. Die Fenster sind in der Regel das schwächste Glied in der energetischen Gebäudehülle. Aus diesem Grund hilft die ruhende Luftschicht zwischen Fenster und Rollladen den Wärmedurchgang zu reduzieren. Wenn die Sonne untergeht und damit keine solaren Erträge mehr zu erwarten sind, lassen sich daher Heizkosten durch das Schließen der Rollläden sparen.

 

Energiespartipp 15: warme Pullover, dicke Bettdecke

Noch mehr Energie lässt sich sparen, indem nur ein kleines bisschen weniger geheizt wird. Statt beim ersten frösteln die Heizung höher zu drehen, empfielt sich zunächst der Griff zu Pullover und dicken Socken. Gleiches gilt für die Decke im Schlafzimmer. Der Kauf einer wärmeren Bettdecke kann sich schnell auszahlen.

Aber auch hier gilt (wie in Tipp 2): Nicht zu sehr geizen beim Heizen und den Feuchtehaushalt der Wohnung im Auge behalten. Andernfalls sparen Sie zwar Energie, laden aber auch den Freund Schimmelpilz ein, bei Ihnen einzuziehen.

 

Energiespartipp 16: Weniger bügeln, Energie sparen

Weniger Bügeln, Energie sparen
Weniger bügeln, Energie sparen

Bügeleisen verbrauchen in kurzer Zeit relativ viel Strom. Keinesfalls sollen Sie, nur um Strom zu sparen, grundsätzlich auf das Bügeln verzichten. Auch weiterhin dürfen Sie gepflegt bei der Arbeit erscheinen. Aber: Bügelfreie Wäsche, wie Hemden oder T-Shirts können das Bügeln häufig überflüssig machen oder zumindest sehr erleichtern. Auch kann das Bügeln ihrer Hemden durch einen geringeren Schleudergang in der Waschmaschine und sofortiges Aufhängen der Kleidung auf Kleiderbügel erleichtert werden.

Wenn Sie weniger bügeln, sparen Sie Energie und haben mehr Zeit für andere Dinge.

 

Noch mehr Energiespartipps

Der letzte Teil dieser Beitragsserie erscheint am nächsten Adventswochenende. Hierin erfahren Sie unter Anderem, wie der bewusste Umgang mit Wasser und Feuchtigkeit Ihnen hilft, Energie zu sparen.

24 einfach umzusetzende Energiespartipps, die sofort greifen (Teil 2)
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Natascha Kraemer - Die Ingenieurin aus Isernhagen (Region Hannover) ist freiberuflich als Energieberaterin und Sachverständige für Schimmelpilzbelastungen tätig.

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